Begriffe
Auf dieser Seite werden einige Begriffe erklärt, die einen
Widerstand in seinen wesentlichen Eigenschaften beschreiben. Die Begriffe sind
in IEC 60115-1 ausführlich erläutert.
Abgleich
- der Abgleich eines Widerstandes wird mit dem Aufbringen
einer Wendel, bzw. eines Spezialabgleichs (
) bis zum Erreichen seines Sollwerts vorgenommen.
Man verwendet dabei überwiegend Laserstrahl- bzw. Schleifscheibenabtrag.
Widerstände mit engen
(z.B. 0,05%) benötigen nach einer Zwischenalterung einen zusätzlichen
Feinabgleich.
Belastbarkeit
- die Belastbarkeit gibt an, mit welcher elektrischen
Leistung ein Widerstand max. beaufschlagt werden kann, ohne seine garantierten
Eigenschaften zu verlieren. Sie wird üblicherweise für 70°C
Umgebungstemperatur (P70) angegeben. Bei der Anwendung sollte jedoch
darauf geachtet werden, dass die Ermittlung Belastbarkeit eines Bauelements unter
idealen Bedingungen stattfinden, die nicht
immer mit denen im Normalbetrieb auftretenden identisch sind ( hohe
Packungsdichte, Luftzirkulation, Einbaulage etc.).

Beschriftung
- Die Beschriftung eines Widerstandes soll über
seinen Wert, die zulässige Abweichung und den TK informieren. Bei
electronic-Widerständen der Baureihe
BP 0207 und BP 0617 ist die Beschriftung im Klartext aufgebracht.
Die Buchstaben C = TK50 - D = TK25 und F = TK15
geben ebenfalls den TK an, wenn aus Platzgründen beschriftet werden muss.
Blistergurt
Dauerspannung
- die höchste Gleich- bzw. effektive Wechselspannung,
die an das Bauelement gelegt werden kann. Sie ist begrenzt durch die
mechanischen Abmessungen und der Keramik.
Drift
- ein Widerstand ändert seinen Wert je nach Belastungsart
mehr oder weniger stark. Diese Änderung ist in der Regel immer
positiv und bleibend. Wegen der dünneren Schichten wird die Änderung
bei hochohmigen Widerständen größer sein als bei niederohmigen.
Bei sehr niedrigen Werten können auch Einflüsse des Kappensitzes
zu Änderungen des Widerstandswertes führen. Um eine geringe
Drift zu erreichen, sollte beim Einbau auf gute Wärmeabfuhr (Leiterbahnen,
weiterer Stand) geachtet werden. Ebenso wichtig ist es, die Belastung
möglichst gering zu halten. Zu beachten ist, dass eine Verringerung
der
um 30°C die Widerstandswertänderung auf die Hälfte reduziert.
Gurtung
- um eine geordnete Entnahme der Widerstände
zu erreichen, werden sie gegurtet. Bei electronic-Widerständen
werden zwei Arten von Gurtung unterschieden:
- Blistergurtung für MELF - Widerstände (SMT) und
- Bandgurtung für bedrahtete Widerstände.
- Der Blistergurt ist ein Kunststoffband mit tiefgezogenen Taschen,
in denen die Widerstände liegen. Er wird mit einer Deckfolie verschlossen,
um ein Herausfallen der Widerstände zu verhindern.
Beim Bandgurten werden die Widerstände am äußeren Ende
der Drähte zwischen zwei Bänder gehalten (z.B. ein Klebeband
und ein Papierband).
Einzelheiten der Gurtung sind im electronic-Datenblatt genau
beschrieben.
Klimakategorie
- die Angabe geschieht mit Zahlengruppen, getrennt
durch einen Schrägstrich. Die erste Gruppe gibt die untere, die
zweite Gruppe die obere zulässige Betriebstemperatur an. Die dritte
gibt die Prüfdauer in Tagen der Prüfung
< Feuchte Wärme
konstant > an
Kritischer Widerstandswert
Rkrit
- ist der Widerstandswert, bei dem am Widerstand sowohl
die höchste zulässige Dauerspannung als auch die volle Belastung
auftritt. Bei diesem Wert sind die größten Widerstandswertänderungen
zu erwarten.
Nennspannung
- ist die Spannung, die zur max. zulässigen Belastbarkeit
führt. Ab dem kritischen Widerstandswert kann die Nennspannung nicht mehr steigen. (sh. zul. Dauerspannung)

Nennwert
- das ist der Wert in Ohm (bzw. k- oder M-Ohm), den
das Bauelement bei 25°C aufweisen soll.
Nichtinduktive Widerstände
- normale Schichtfestwiderstände sind durch die
Art des Abgleichs (Aufbringen einer Wendel) nur bis zu einer bestimmten
Frequenz verwendbar. Hier schafft ein besonderes Abgleichverfahren bei
electronic-Widerständen Abhilfe, so dass solche Widerstände
bis zu 1GHz eingesetzt werden können.
Nichtlinearität
- diese Angabe zeigt die Abweichung eines Widerstandes
vom Ohmschen Gesetz. Dabei wird eine Spannung (Frequenz = 10kHz) angelegt
und die dabei auftretende ganzzahlige Vielfache ( bei diesem Verfahren
= 30kHz) gemessen. Das Verhältnis beider Spannungen, angegeben
in dB, gibt Aufschluss über die Qualität des Widerstandes
(je größer das Verhältnis, desto besser der Widerstand).
Oberflächentemperatur
J0
- Sie ist die Temperatur an der wärmsten Stelle
des Widerstandes (hot spot). Bei electronic-Widerständen
ist durch die Art der Umhüllung die Oberflächentemperatur
etwas niedriger als die Schichttemperatur JS.
TK (Temperaturkoeffizient)
- Der TK wird in einer Kurzform geschrieben (z.B. TK10). Diese Zahl
gibt die max positive und negative Wertänderung eines Widerstandes bei einer Temperaturänderung an.
Bei TK10 wird sich der Widerstandswert max um 0,001% / K ändern (positiv als
auch negativ), d.h. bei 50° Temperatur-änderung beträgt die Änderung des
Widerstandswertes 0,05%. Diese Wertänderung ist nicht bleibend.
Innerhalb der TK-Klasse kann ein Widerstand auch kleinere Werte haben, ebenso muss die
Wertänderung nicht linear mit der Temperatur verlaufen, nur die Grenzwerte
dürfen nicht überschritten werden
Toleranz
- zulässige Abweichung vom Nennwert. Die Abweichung
ist immer symmetrisch wenn nichts anderes angegeben ist. Toleranzen von
0,05% sind bei electronic-Widerständen in weiten Wertbereichen
erhältlich.
Die Angabe der Toleranz sagt nichts über die Änderung während
des Betriebs aus. 
Spannungskoeffizient (UK)
- bei einem Festwiderstand ist der Spannungskoeffizient
unerwünscht. Der UK wird ermittelt, indem man den Widerstandswert
bei unterschiedlichen Spannungen ermittelt. Der UK ist bei Metallschichtwiderständen
typisch <0,5x10-6/V.
Stabilitätsklasse
- gibt Auskunft über die max. zulässige
Änderung des Widerstandswertes nach 1000 h Dauerbetrieb mit Nennlast
bei 70°C Umgebungstemperatur = P70.
Stromrauschen
- ist der störende Anteil, der beim Durchfließen
eines Stromes im Widerstand zusätzlich zur Wärmerauschspannung
entsteht. Dieser Anteil wird mit speziellen Messgeräten gemessen,
wobei bei einer angelegten Gleichspannung die enstehende Rauschspannung
im Frequenzbereich von ca. 620 bis ca. 1620 Hz ermittelt wird. Die Angabe
erfolgt in µV/V. Je kleiner der Wert, desto kleiner ist der störende
Anteil der Rauschspannung.
Wärmewiderstand Rth
- ist die Fähigkeit, die im Widerstand erzeugte
Wärme an die Umgebung abzugeben. Er wird in Kelvin pro Watt (K/W)
angegeben und dient zur rechnerischen Ermittlung der Erwärmiung
des Widerstands (J =PxRth).
Vorbelastung (Burn-In)
- Widerstände werden vorbelastet, um Frühausfälle
zu reduzieren. Solche Frühausfälle treten bevorzugt in den
ersten hundert Betriebsstunden auf.
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